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Berichte   Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!
28.05.2016 von Webmaster

Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum!




Mhhh, ich sitze hier alleine in meiner Wohnung hoch im Norden und philosophiere vor mich hin. Ich wurde von Kalle, meinem Bait Sponsor, zu einem Bericht für seine Website www.progressive-baiting.de überredet, oder doch vielleicht verdonnert? Er unterstützt mich seit einigen Jahren mit Ködern und das bestimmt nur weil wir gute Freude sind. Oder doch nicht ?? Normalerweise gehe ich unter der Woche lieber fischen an meinen Beauty Lake anstatt vor dem Rechner zu sitzen und leere Blätter mit Buchstaben zu füllen, aber auch Kalle hat ein Recht darauf was zurück zu bekommen. Es ist ein Geben und ein Nehmen auch dann, wenn man offiziell kein Teammitglied ist. Würde ich das überhaupt wollen? Mitglied in einem Team sein oder doch lieber der „freie“ unabhängige Angler bleiben der macht was er will? Es reicht eigentlich wenn einer, in diesem Fall meine Frau, mir sagt was ich zu tun und zu denken habe. Dennoch „klappere“ ich gerne für Tackle und Baits welches ich nutze und von dem ich persönlich auch 100%ig überzeugt bin.








Kalle wollte eigentlich einen sexistischen Bericht in dem es um schmutzige, schmierige und stinkige Vermehrungsorgien geht, aber davon habe ich echt keine Ahnung. In meinem Alter geht man(n) lieber fischen, das ist gesünder. Oder wollte er doch einen Bericht in dem es um das Fischen geht? Ich denke das letztere ist besser für seine Page. Ich fische ausschließlich Readys aus der Tüte, die ich gelegentlich etwas aufpimpe. Ich habe einfach keine Zeit als Wochenendpendler Samstags stundenlang Boilies zu drehen und ehrlich gesagt, gehe ich lieber fischen anstatt Knödel zu rollen. Egal, genug unsinnigen Gehirnschmalz zu dem Thema Sponsoring und co vergeudet. Worum geht’s in diesem Bericht eigentlich? Ich habe noch keine Ahnung oder doch? Ich denke, ich versuche mal, den ein oder anderen Leser zum nachdenken zu bewegen, wie man seinen Traum doch leben kann. Sofern es der Traum ist, mehr Zeit am Wasser zu verbringen. Viele von uns können aufgrund von beruflichen und oder familiären Verpflichtungen nur am Wochenende ans Wasser. Oder werden diese nur als Grund herangezogen selten am Wasser sein zu können? Ich denke das Leben ist zu kurz und auch zu schnell vorbei um immer alles auf später zu verschieben. Wie oft habe ich schon gehört „Später wenn ich mal Rentner bin, gehe ich viel mehr fischen…..“ und dann kam der Schlaganfall oder andere Situationen in die man geriet und vorbei ist es mit dem „Später“. Ich habe vor einigen Jahren daher mein Lebensmotto und auch meine Einstellung zum Fischen geändert.








Meine Angelei hat sich aufgrund beruflicher Gegebenheiten stark verändert. Früher ging ich überwiegend am Wochenende an die voll belegten Vereinsteiche und im Urlaub für z.B. 2 Wochen nach Frankreich. Heute gehe ich seltener an den Wochenenden mit Freunden oder alleine fischen, aber verbringe dafür unter der Woche viel Zeit am Wasser. Im Durchschnitt gehe ich jetzt 3 Nächte die Woche fischen, bei jedem Wetter im Sommer und im Winter. Meine 14 tägigen Trips habe ich zusätzlich auch noch beibehalten. Von Montags bis Donnerstag werde ich gegen 16:15Uhr immer noch unruhig. Diese innere Uhr sagt mir, dass gleich Dienstschluss ist, und dass es „Zeit wird“. Zeit ans Wasser zu fahren um alleine zu sein, die Ruhe zu genießen, die Akkus aufzuladen und den Tag ausklingen zu lassen. Diese kurzen Trips nach Dienstschluss, von 17:00Uhr -06:00Uhr in der Woche, haben auch viele Vorteile. Vorteile die man sich zu nutzen machen sollte. Am Gewässer befinden sich kaum Mitstreiter, es herrscht Ruhe am See und man hat freie Platzwahl. Es gibt kaum Spaziergänger am Seeufer, die einen bei einer unerlaubten Handlung (catch&release) beobachten könnten sofern man dieses vor hat ;-). Kurzum man hat sein Paradies gefunden. Viele scheuen diese kurzen Sessions aufgrund der Mühen die dahinter stecken, doch es sind keine. Es ist das Ausleben des Hobbys mit allem was dazu gehört. Wenn man sein Tackle optimiert, den passenden fahrbaren Untersatz hat oder sich zulegt, sind es keine Mühen. Ich habe auch den tiefer gelegten schnellen Kombi mit 19“ Alus gegen einen Transporter mit Stahlfelgen getauscht und es nicht bereut. Zwei Autos brauchten wir eh, also kann ich auch das Fahren was ich wirklich brauche, ein „Stahlbivy“. Zudem fahre ich jetzt viel entspannter durch die Gegend und komme überall relaxter an. Bullis sind eben langsamer. Schnell fahren geht eh kaum noch bei den ganzen Geschwindigkeitsbegrenzungen. Viel Tackle braucht man nicht für diese kurzen Sessions. Liege, Schlafsack, Schirm, Futteral, Tacklebox, Abhakmatte mit Falteimer und los geht’s. Wie beim Stalking, hoch mobil und minimalistisch ausgestattet reicht um erfolgreich zu sein. Wer sich mal in der Scope Range von Nash umsieht wird schnell fündig. Alan Blair, von Nash Tackle UK, hat da eine echt coole Range entwickelt, mit der man sehr mobil unterwegs sein kann.








Bequemer und komfortabler ist da natürlich die „Stahlbivy“ Variante, die ich persönlich vor allem im Winter bevorzuge. Wie ich dieses umgesetzt habe zeigen die Bilder. Gewässer an denen man bis oder zumindest fast bis ans Ufer fahren kann gibt es zu genüge auch in Deutschland. Man muss sich nur mal in der Umgebung umsehen, Google Earth bemühen und/oder Gleichgesinnte fragen und ggf. dem ein oder anderen Verein zusätzlich beitreten. Möglichkeiten gibt’s fast überall wenn man mal ehrlich ist. Unsere Nachbarn in Holland und Belgien haben es da noch besser. Viele Wege, die auch mit dem Auto befahr sind, führen kilometerlang direkt an den Kanälen entlang. Man muss nur mal genauer die Karten studieren. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Nicht nur liebenswerte Mitbürger sind unterwegs, sondern auch solche die nichts Gutes im Schilde führen. Der Tacklediebstahl nimmt immer mehr zu, da die bösen Jungs erkannt haben, dass die meisten von uns keinen Schrott ans Wasser schleppen. Wenn man alleine unter der Woche am Gewässer sitzt, kann man schnell zum Opfer auserkoren werden und das ist bestimmt nicht Lustig. Also erst informieren wie die Umgebung so ist und dann öfter mal das Gewässer oder die Stelle wechseln.








Auf dem Markt gibt es mittlerweile auch „Bewegungsmelder/Alarmanlagen“ die einem Besucher, erwünschte und auch unerwünschte, rechtzeitig ankündigen. Mit Systemen aus dem Baumarkt habe ich da so meine Probleme gehabt, deswegen bevorzuge ich den Camp Secure von CarpSounder. Er hat eine Funkreichweite bis 400m und ist auch zur Überwachung des Fahrzeugs einsetzbar. Angezeigt werden die Besucher über den XRS Receiver der CarpSounder XRS Bissanzeiger. Bessere Systeme sind meiner Meinung nach derzeit nicht erhältlich, obwohl meine beste Alarmanlage meine Berner-Sennen-Hündin „Lotta“ ist.








Essen und trinken ist in der Stahlbivy Variante kein Problem, aber auch hier gibt es für den mobilen Einsatz kleine platzsparende Kochersysteme. Der Trangia Gaskocher ist da echt perfekt und zudem qualitativ sein Geld wert. Insbesondere der integrierte Windschutz ist genial. Da kocht das Kaffeewasser innerhalb weniger Minuten auch bei heftigstem Wind. Ansonsten reicht vom Frühjahr bis zum Herbst auch die gute alte Thermosflasche und eine Flasche Sprudel. Bierkisten, Tüten voller Hochprozentiges und Partyzelte gehören eh nicht ans Wasser, da sie nicht gerade förderlich sind für das eh schon schlechte Image der Karpfenangler. Essen tue ich dann auf der Fahrt zum Wasser im Auto, nen schnelles Burger Menu von den goldenen Hügeln oder ne einfache Stulle geht immer. Am Wasser angekommen geht der Aufbau schnell von der Hand. Die Ruten liegen ohne Futteral nebst Kescher im Stahlbivy auf der Liege, das montierte Proline Edelstahl Pod, welches ein sehr kleines Transportmaß hat, steht davor und innerhalb von 10min liegen die Montagen im Wasser. Abhakmatte und Falteimer ausgepackt und fertig. Bin ich mobil unterwegs reichen auch Banksticks um Gewicht und eine zusätzliche Rod Pod Tasche zu sparen.








Jetzt zum wichtigsten Punkt um auch bei kurzen Sessions erfolgreich zu sein. Warum erst jetzt? Ist doch klar, das ganze BlaBlaBla Geschreibsel der letzten Seiten habt ihr eh schon wieder vergessen oder die Hinweise überlesen. Jetzt wird’s wichtig. Nur die letzten Zentimeter fangen Fisch. Ab dem Leader über scharfe Haken bis zum Köder, der Rest ist eh nur Schwanzvergeich und persönliche Selbstdarstellung. Warum schreibe ich diesen Bericht? Klar ich will und brauche KÖDER (kleiner Hinweis an Kalle, ich habe keine mehr). Ohne Köder keine Fische, ohne Fische kein Ausleben meines Traums. Also ist der Köder das A und O um den sich alles dreht. Ist ein Boilie deswegen Rund? Nee eckige lassen sich nur schlecht mit dem Wurfrohr werfen, fangen würden bzw. tun sie aber auch. Häufig werde ich am Wasser gefragt „Taugen die Baits von progressive baiting?“ Ich sag dann immer, „ Nee überhaupt nicht, die fangen nix aber ich bekomme sie ja billiger oder gesponsert. Deswegen benutze ich BBQ Fisch, Mulberry, Secret Agent oder Candy Mapel und co.“ Mal im Ernst. Ich bin doch nicht so bedeppert und verbringe 3 Nächte die Woche am Wasser, schleppe mein Tackle über nasse Wiesen, Schlafe im freien, scheiße in den Wald, lass mich von Mücken stechen, von Zecken beißen und benutze dann Köder die nichts taugen?????? Ich bin zwar etwas bekloppt sagt meine Tochter Joana immer, aber so blöde auch wieder nicht. Den meisten reicht meine Erklärung dann und wir können uns vernünftig über das Thema Ready Baits unterhalten.








Gerade bei kurzen Sessions ist ein Boilie, natürlich muss der Spot also die Location stimmen, der arbeitet besonders wichtig. Ich bevorzuge Boilies mit einer groben Struktur, hervorgerufen durch Vogelfutter in Verbindung mit Fischmehl und weiteren groben Zutaten. So ist zumindest auch im Winter bei der Verwendung von Flavour auf Alkoholbasis ein schnelles auswaschen von Inhalts- und Geruchstoffen gewährleistet. Im Sommer tendiere ich jedoch zu den öligen Varianten. Vorfüttern brauche ich nicht, da ich eh fast immer bis zu zwei verschiedene Stellen unter der Woche befische. 200-300g pro Rute und einige Partikel reichen da völlig aus und verringern so auch meine Köder die ich mit mir rum schleppe. Eine 1kg Tüte am Tag reicht mir für die kurzen Sessions völlig aus. Zudem versuche ich gerade bei den kurzen Sessions meinen Hakenköder besonders attraktiv zu gestalten. Nein ich male die Boilies nicht an und stecke ihnen auch keine Knicklichter rein, ich pimpe sie auf. Die Smoked Chicken Knödel z.B mit Geflügelprotein, nachdem sie ordentlich in Amino Liquid Enhancer Milz oder Seafood Juice gebadet wurden. Die Betain Dips sind auch bestens geeignet, um den Hakenködern das passende Aroma zu verpassen oder vorhandenes zu verstärken. Sie entziehen dem Boilie vorhandene Restfeuchtigkeit, so dass dieser auch noch härter wird. Diese speziellen Hookbaits bereite ich schon im Vorfeld am Wochenende zu, so dass ich nicht das ganze Zeugs mit ans Wasser schleppen muss. PVA Material kommt je nach Situation ebenfalls zum Einsatz und ist ein guter „vertüddel“ Schutz wenn man mit der WaterWolf experimentiert.








Probiert es aus. Anstatt auf dem Sofa nach getaner Arbeit einzuschlafen, fahrt ans Wasser und genießt unser gemeinsames schönes Hobby. Relaxt in der Natur und ladet die Akkus auf. Ein Abend oder eine Nacht pro Woche ist immer drin, sofern die Partnerin mitspielt und genug Verständnis für unseren angeborenen Jagdtrieb hat. Manchmal reicht es auch aus, nur für 4-5 Stunden die Ruten auszuwerfen um den Kopf wieder frei zu bekommen. Reduziert euer Tackle auf ein Minimum, betreibt Location und sucht euch ein Gewässer aus, welches man relativ schnell erreichen kann und nahe mit dem Fahrzeug ans Ufer kommt. Aber das wichtigste ist, besorgt euch qualitativ vernünftige Boilies. Egal ob die Boilies von progressive baiting oder von anderen Herstellern sind, achtet auf eine vernünftige Qualität. Wer denkt Boilies für 2,5€/kg sind aus hochwertigen Zutaten hergestellt, der glaubt auch das der Zitronenfalter Zitronen faltet. Ab und an nutze ich auch Hookbaits aus Holz, die ich wochenlang in Dip bade bis sie untergehen. Diese fast ausbalancierten Woodboilies wiederstehen jedem Krabbenangriff und fangen auch. Wie schon erwähnt, nur die letzten Zentimeter fangen Fisch, der Rest ist Schwanzvergleich. Vergesst das nicht und Ihr werdet erfolgreich sein, auch bei kurzen Sessions nach Feierabend.










Auf eine Kameratasche verzichte ich aber nie. Ich Fotografiere Tiere, Pflanzen, Sonnenuntergänge, Tackle, Baits, Fische, Sessions mit Freunden und andere schöne Dinge am Wasser oder in der Natur. Diese Bilder sind die Erinnerungen die möchte und nach denen ich strebe. An diesen Erinnerungen möchte ich mich „Später“ erfreuen, wenn ich mal nicht mehr kann und meinen Traum gelebt habe. Wenn dieser Zeitpunkt gekommen ist, will ich mich erinnern und zurückblicken können mit dem Gefühl nichts versäumt zu haben.








Bleibt immer so wie Ihr geboren seid „FREI“, genießt die Zeit am Wasser mit Freunden und Familie. Fische, Tackle, Baits und alles andere wird eh unwichtig, wenn man die wenige Zeit die man auf dieser Erde hat, zusammen verbringen kann. Joana ist mittlerweile fast 20 und fährt immer noch gerne mit ihrem „Badman“ zum Fischen ans Wasser. Ich denke diesbezüglich schon mal alles richtig gemacht zu haben. Danke für alles Joana! Mein ganz besonderer Dank geht an meine Frau Sabine, sie hat mich nicht nur motiviert meinen Traum zu leben, sondern unterstützt mich dabei seit fast dreißig Jahren. Danke Sabine. Ich liebe Dich!

Träumt nicht euer Leben, sondern lebt euren Traum!








Tight Lines
Bernd

PS:
Kalle mein Freund, Dir Danke ich natürlich auch.
1.) für die Unterstützung mit hervorragenden Baits
2.) für den Auftrag diese Zeilen schreiben zu dürfen grosses Lachen
Freue mich auf unsere nächstes Wiedersehen und Du dich bestimmt auf das diesjährige Weihnachtspäckchen!!





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